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Eine Ämtlerin auf dem Weg, mit "Out" in zu werden
Marina Gantert, Obfelden, zeigt in Zürich ihr aktuelles Tanztheater
Für ihre bisherige Arbeit hat die Obfelderin Marina Gantert, Choreographin und Pädagogin, 1995 den Tanzförderungspreis der Stadt Zürich erhalten. Und ihre bisherigen Produktionen mit dem von ihr gegründeten Moira Tanztheater Gertrud & Wilhelm, Minotaurus und Grün ist das Gras sind von Geheimtip zu beachteten Aufführungen gewachsen. Am 3.,4. und 5. Oktober 1997 führen Marina Gantert und das Moira Tanztheater am Tanzhaus Wasserwerk, Zürich, das aktuelle Werk auf. "Out" ist ein getanztes Gerangel zum Thema Aussenseiter.
Von Urs E. Kneubühl
Ein Umziehraum mit Garderobekästen bildet die Kulisse. Drei Frauen und ein Mann teilen den Alltag miteinander. Aussenseiter allesamt. Gewollt oder unfreiwillig. Jeder für sich und doch eine Gemeinschaft. Sie gruppieren sich immer wieder neu, und so bleibt jede und jeder irgendwann aussen vor.
Das Moira Tanztheater führt unter der Choreographie und künstlerischer Leitung von Marina Gantert, Obfelden, deren aktuelle Produktion "Out" auf. Am 3. und 4. Oktober 1997 jeweils um 20.30 Uhr, am Sonntag, 5. Oktober, um 14.30 Uhr, im noch jungen Tanzhaus Wasserwerk in Zürich.
Die vier Darsteller agieren wie bei einem Spiel mit Aussetzen, Zurückfallen, Überspringen, Austricksen, Geschicklichkeit und deren Mangel: Verlierer müssen draussen bleiben, aber auch Gewinner werden zuweilen zu Verlierern. Der Tanz erzählt von Beziehungen, Befindlichkeiten und Stimmungen. Es entstehen bildhafte Lebensgefühle. Biographien werden spür- und nachvollziehbar. Zuschauerinnen und Zuschauer erkennen Befindlichkeiten, erleben Bekanntes und Neues. Die Handlungen lassen Erinnerungen wach werden.
Beobachtungen einer Lehrerin
Die Geschichten werden mit den Mitteln des Tanztheaters erzählt. Bewegungen, Rhythmus, Musik und Sprache werden zur Einheit, konkretisieren sich in Bildern und Abläufen. Die Musik ist eigens für diese Produktion von Christoph Gantert, Martin Schumacher und Christian Kuntner, konstante musikalische Begleiter von Marina Ganterts Produktionen, komponiert worden. Das musikalische Grundthema, die Musette der alten Karussells, untermalt die sich im Kreis drehende Handlung, das Ringelspiel von Opfer- und Täterplätzen. "Die Idee zu "Out" ist vor rund einem Jahr geboren worden", erklärt Marina Gantert. "Mit Aussenseitertum sind wir alle beinahe täglich konfrontiert." Als Lehrerin im Teilzeitpensum hat die Autorin diesbezüglich aus dem vollen geschöpft. Aber marina Gantert sieht im Gerangel um Ausstossen und Ausgestossensein in der Schule auch unmittelbare Parallelen zum Leben der Erwachsenen. Das "Spiel" zieht sich weiter in der Gesellschaft, am Arbeitsplatz, in der Politik, im Verein und in der Familie.
Knochenarbeit hätten die letzten Monate und Wochen von allem gebracht, resümiert Marina Gantert die Vorbereitungen zu "Out". "Die Organisation und die administrative Begleitarbeit zu jeder Produktion nehmen die meiste Zeit in Anspruch. Die Arbeit am Stück selber, das Umsetzen meiner Ideen in der Zusammenarbeit mit Tänzern und Bewegungsschauspielern, machen dann vor allem Spass und entschädigen für die harten Vorarbeiten".
Die Premiere am Freitagabend, 3. Oktober, wird für Marina Gantert und ihre Darstellerinnen und Darsteller, Carmen Monte, Lukas Angelini, Miriam Keller und Sylvia Steven, genauso für die drei Musiker und den Obfelder Bühnenbildner Dieter Brönimann so etwas wie die Erlösung sein.
© leider nicht mehr bekannt, 3. Oktober 1997
Erfolg für das Moira-Tanztheater von Marina Gantert
Auch dem vierten Stück Tanztheater der Obfelder Tänzerin und Choreographin Marina Gantert war ein runder Erfolg beschieden. Dreimal war der Saal im Tanzhaus Wasserwerk in Zürich praktisch ausverkauft, und die Zuschauerinnen und die Zuschauer spendeten begeisterten Beifall.
Wir haben in einer Vorschau darüber berichtet: das Stück "out" für drei Tänzerinnen und einen Tänzer handelt von Finden und Verlieren, vom Ausgegrenzten und Aufgenommenen, von Verstrickung, Entfernung und letztlich von Einsamkeit und Isolation inmitten einer Gruppe. Lukas Angelini, Miriam Keller, Carmen Monte und Sylvia Steven gingen ganz in ihrer Rolle auf, drückten sich nicht nur durch den Tanz, sondern auch durch eine überzeugende Gestik und Mimik aus..........
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